Ansprache zum Neujahrsempfang für die ehrenamtlich Tätigen

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Lieber Herr Pfarrer Dr. Desczyk, lieber Herr Pfarrer Dr. Gillessen,

liebe ehrenamtlich Tätigen der ehemaligen Pfarrei St. Bernhard und - hoffentlich auch weiterhin - in der Pfarrei Maria Rosenkranzkönigin! Herzlich begrüße ich auch die Gemeindereferentin, Frau Daske, und das Ehepaar Raus! Herr Dr. Raus wird vom Kirchenvorstand aus auch noch ein paar Worte an uns richten.

Es war die Idee von Pfarrer Desczyk, die Tradition in St. Bernhard dieses Mal noch fortleben zu lassen, zu Beginn eines neuen Jahres den ehrenamtlich Tätigen im Rahmen eines Neujahrsempfangs Dank zu sagen für ihr vielfältiges Engagement im vergangenen Jahr. Ab dem Jahr 2011 soll der Empfang für alle Ehrenamtlichen einheitlich und - wie in der Rosenkranzgemeinde Tradition - immer am 7. Oktober, dem Rosenkranzfest, stattfinden. Der Neujahrsempfang, zu dem alle Gemeindemitglieder eingeladen sind und der dieses Jahr am 8. Januar nach der Vorabendmesse in der Rosenkranz-Basilika stattgefunden hat, soll dann künftig in St. Bernhard sein. Mir selbst war es vergönnt, an den Neujahrsempfängen in St. Bernhard teilzunehmen seit ich Mitglied des Pfarrgemeinderates von St. Bernhard geworden bin - das war im Herbst 2003. Erst bei dieser Gelegenheit ist mir damals aufgegangen, wie viele Menschen aus der Gemeinde unterstützend tätig werden.

Pfarrer Dr. Gillessen hat bei seinen Dankesworten nie alle Personen namentlich erwähnen und würdigen können, sondern hat - jährlich wechselnd - immer nur einzelne bzw. kleinere Gruppen hervorgehoben.

Auch ich kann hier und heute als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates von St. Bernhard und nunmehr auch der beiden nach der Fusion der Pfarreien zusammengelegten Pfarrgemeinderäte der Pfarrei Maria Rosenkranzkönigin nur ganz allgemein meinen Dank an alle übrigen ehrenamtlich Tätigen, die auch mich in meiner Funktion unterstützt und entlastet haben, richten: ohne Sie wäre die Gestaltung der Gottesdienste, der Sakramentenunterricht, die Krankenseelsorge, das samstägliche Rosenkranzgebet oder Veranstaltungen wie die Fronleichnamsprozession, der St. Martins-Umzug, das Krippenspiel und die Sternsinger-Aktion bis hin zur Reinigung des Pfarrzentrums - kurzum: unser gesamtes Gemeindeleben - so nicht möglich gewesen! Erst das ehrenamtliche Engagement ermöglicht ein lebendiges Gemeindeleben und ein vielfältiges Angebot für alle Gemeindemitglieder. Umgekehrt gesagt wird deutlich, dass das Gemeindeleben zum Erliegen kommt, wenn die Gemeindemitglieder nicht selbst mit Ideen und Tatkraft Dinge bewegen und kein gemeinsames Ziel vor Augen haben. Ein besonderer Dank liegt mir aber doch am Herzen: unsere Vinzenz-Konferenz hat sich neben ihrer Hauptaufgabe, der caritativen Arbeit mit Kranken und Hilfsbedürftigen, große Verdienste bei der kulinarischen Ausstattung unserer Gemeindefeste und -veranstaltungen erworben, wie man auch heute wieder sehen kann. Für die Dekoration der Tische gebührt der Dank heute Frau Faller! Auch möchte ich an dieser Stelle die Arbeit von Frau Elisabeth Lange würdigen, die seit vielen Jahren, ja fast Jahrzehnten, die Aufgabe der Chronistin von St. Bernhard übernommen hat. Wer mal einen Blick in die mehrbändige Chronik geworfen hat, kann ermessen, wie lebendig und mit welcher Liebe zum Detail die Geschehnisse in Wort und Bild festgehalten worden sind. Sie hatte sich bereit erklärt, die Chronik  bis zum 30. September 2010 fortzuführen. Für das neue Kapitel in der Geschichte von St. Bernhard und der Rosenkranz-Basilika - die nunmehr gemeinsame Geschichte der Pfarrei Maria Rosenkranzkönigin - wird jemand anderes die Feder führen müssen.

Nun zu dem einschneidendsten Ereignis des vergangenen Jahres: die Fusion von St. Bernhard mit der Rosenkranz-Basilika. Es war in den vergangenen Monaten zu beobachten und auch aus Äußerungen von besonders engagierten Gemeindemitgliedern herauszuhören, dass sich Resignation aufgrund der Fusion breit zu machen droht. Der Weggang unseres allseits geschätzten langjährigen Pfarrers war für manch einen ein Signal, sich selbst ins „Privatleben" zurückzuziehen und die weitere Entwicklung erst einmal abzuwarten. Diese menschlich durchaus verständliche Reaktion hat allerdings fatale Folgen für das Gemeindeleben und kann zu einem Teufelskreis führen: Fehlendes Engagement im gemeindlichen Bereich und geringe Resonanz auf Gottesdienstangebote führen zwangsläufig zu einer Verringerung der Aktivitäten. Dies schmälert wiederum die Anziehungskraft und zieht „Abwanderung" nach sich.

Eine schwindende Zahl von Gottesdienstbesuchern erhöht jedoch die Gefahr, dass die Kirche als katholischer Gottesdienststandort auf die Dauer nicht zu halten ist. Beispiele von Schließungen hat es in Berlin in der Vergangenheit zumindest einige gegeben. Wir selbst haben es in der Hand, dies zu verhindern, bzw. dürfen nicht dazu beitragen, einen solchen Prozess durch Passivität und Resignation herbeizuführen! Angesichts der Vielzahl der katholischen Kirchen in der näheren Umgebung wird es zumindest den „Mobilen" leicht gemacht, als Ausdruck der Unzufriedenheit mit Entscheidungen des Bischofs die Gottesdienste anderswo wahrzunehmen oder sich insgesamt einer anderen Gemeinde zuzuwenden. Aber gibt man hierbei nicht in gleicher Weise Vertrautes auf? Es kann doch nicht schwerer sein, einen Neuanfang in der Heimatgemeinde zu wagen?!

Bei aller Betroffenheit müssen wir uns auch vor Augen halten, dass nicht wir alleine es sind, die solche Prozesse durchmachen mussten. Veränderungen gehören zum Leben dazu; darum sollten wir uns freuen und dankbar sein, dass uns erfüllte Jahre geschenkt worden sind. Wenn wir alle es wollen und uns dafür einsetzen, können wir es schaffen, dass notwendige Veränderungen auch unter Berücksichtigung unserer Wünsche stattfinden. Wir dürfen uns nicht selbst aufgeben und die weitere Entwicklung nicht einfach geschehen lassen!

Eine Gelegenheit, Einfluss zu nehmen, bieten die im November dieses Jahres stattfindenden Wahlen zum Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand. Es wäre wichtig, dass sich auch „Bernhardiner" zur Kandidatur bereit erklären und zur Wahl gehen. Bis dahin ist zwar noch etwas Zeit; aber dies eröffnet jedem die Möglichkeit, die Entwicklung in unserer Gemeinde bis dahin aufmerksam zu begleiten und zu prüfen, wo man seine Fähigkeiten auch künftig sinnvoll einbringen kann.

Abschließend möchte ich noch einen besonderen Dank aussprechen an Frau Marianne Scherer, die in St. Bernhard immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat und noch steht. Für sie ist der Einschnitt durch die Fusion sicher besonders schwer zu verkraften, da mit dem Weggang von Pfarrer Gillessen der ihr über mehr als 40 Jahre vertraute Gesprächspartner und Priester nicht mehr zur Verfügung steht und durch die Verlagerung des Pfarrbüros in die Deitmerstraße ihre langjährige Wirkungsstätte zumindest faktisch nicht mehr existiert. In Dahlem hatte sie schon seinem Vorgänger, Pfarrer Max Kurzinski, treu gedient. Daher freuen wir uns umso mehr, dass sie sich bereitgefunden hat, an einem Tag in der Woche im Pfarrhaus von St. Bernhard Dienst zu tun. Es war ja auch der Wunsch des PGR gewesen, dass - solange uns die Räumlichkeiten noch zur Nutzung zur Verfügung stehen - vielleicht auch an anderen Tagen Freiwillige dort für Anfragen zur Verfügung stehen, da Bedarf hierfür gesehen wurde.

Leider werden die Planungen dadurch erschwert, dass noch nicht klar ist, welche Verwendung das Pfarrhaus und das Pfarrzentrum künftig haben werden. Die ausgezeichnete Lage im Herzen von Dahlem mit dem benachbarten Seminaris Tagungszentrum und Hotel eröffnen verschiedene Perspektiven. Der Mietvertrag mit der English-speaking Mission über das Büro läuft planmäßig am 31. März 2011 aus; es soll dann - ebenso wie deren Leiter, Pfarrer Gillessen, - bei St. Albertus Magnus angesiedelt sein.

Lassen Sie mich abschließend auch ein Wort des Dankes an Pfarrer Desczyk und Kaplan Bodenmüller richten: Schon bei der Vorbereitung der Fusion haben wir Mitglieder des sog. Fusionskomitees feststellen können, dass der Wille und die Bereitschaft besteht, die mit der Fusion zwangsläufig einhergehenden Veränderungen abzufedern und insbesondere die Gottesdienste in St. Bernhard weitestgehend beizubehalten.

In unserer nächsten PGR-Sitzung am 25. Januar wollen wir unter anderem darüber sprechen, wie die Gottesdienste an den Hochfesten gerecht aufgeteilt werden können. Jede der beiden Kirchen hat ihren unverwechselbaren Charakter und sollte entsprechend genutzt werden.

Zum Schluss möchte ich meine Dankesworte noch mit der Bitte an Sie alle verbinden, unseren Verein der Freunde und Förderer von St. Bernhard weiterhin zu unterstützen - sei es durch eine Mitgliedschaft, sei es durch Spenden -, damit wir auch künftig in der Lage sein werden, gemeindliche Angebote, wie z.B. die Kirchenmusik, aufrecht zu erhalten.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche allen ein erfülltes Jahr 2011.

Renate Hinsken

Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Maria Rosenkranzkönigin

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