Brief aus Albanien

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Liebe Verwandte, Freunde und Wohltäter!


Auch heuer soll Euch wieder ein Brief erreichen, mit dem wir Euch an unserem Leben und an unserer Arbeit teilnehmen lassen. Das Ende des Jahres 2010 und der Beginn des neuen Jahres waren, wie Ihr sicher erfahren habt, für einige Teile Albaniens und leider auch für viele Menschen bei uns bittere Wochen und sogar Monate, denn wir waren wie schon im Frühjahr 2010 von schwerem Hochwasser heimgesucht. Manche Häuser versanken förmlich im Wasser und der ganze Hausrat und Jahresertrag schwamm ins Meer. Von Velipojë bis in das 35 km entfernte Shkodër war alles ein See, und nur mit Helikoptern, die Trinkwasser und Lebensmittel brachten, konnten Menschen ausgeflogen werden. Natürlich haben wir unser Haus wieder vor allem für Kinder und alte Leute geöffnet. Dank Eurer Hilfe konnten wir sofort mit täglichem Brot und notwendigen Dingen helfen und dann, als wieder Land in Sicht war, die Leute bei der Wiederherstellung und Einrichtung ihrer Häuser unterstützen. Betten, Matratzen, Schränke, Herde, Türen, Fenster, Bodenbeläge und Ziegel für neue Häuser konnten wir kaufen und somit den Heimgesuchten wieder Hoffnung schenken. Von allen sollen wir Euch herzlich grüßen und in ihrem Namen ein großes „Vergelt's Gott" sagen!
Außerdem konnten wir für eine Familie in Baks mit zwei behinderten Kindern ein Haus fertig stellen und für eine arme Familie in Rrjoll Fenster und Türen für ein kleines Haus bezahlen. Wie immer durften wir Kranken und armen Familien mit Lebensmitteln, Kleidung, Geld für Medikamente und Arztbesuche helfen und Schulartikel für bedürftige Kinder kaufen. In unserem kleinen Internat leben inzwischen 13 Kinder, die hauptsächlich unter der Obhut von Sr. Joela sind. Es sind Kinder von armen Familien mit Lernschwächen und leichten Behinderungen. Darunter ein Geschwisterpaar mit geistiger Behinderung, das nur tagsüber bei uns ist, aber Einzelförderung benötigt. Wie schon in den letzten Jahren haben wir wieder für 4 Stunden täglich eine Lehrerin engagiert, die neben den Schwestern mit einigen Kindern die Hausaufgaben macht und übt. Auch wenn diese Arbeit oft gute Nerven benötigt, so erleben wir viel Freude mit diesen Kindern, die uns allen sehr ans Herz gewachsen sind. Und es ist schön, wenn sie in der Schule doch auch kleine Erfolge sehen dürfen. Wir haben auch begonnen, Familien mit behinderten Kindern zu besuchen und die Mütter bei der Förderung dieser Kinder ein wenig zu unterstützen. Seit diesem Jahr arbeiten Sr. Klara und Sr. Martina im Kindergarten von Velipojë und dies mit Freude und großem Engagement. In Reç. Rrjoll und Velipojë halten alle sechs Schwestern jede Woche Katechese für Kinder und Jugendliche.
Für zwei junge Damen kam das Christkind schon vor ein paar Wochen, als sie erfuhren, dass Wohltäter ihre weitere Ausbildung finanzieren. Sie lebten immer bescheiden mit ihrer Mutter in sehr ärmlichen Verhältnissen. Nun haben sie ihre Ausbildung als Krankenschwestern mit hervorragendem Ergebnis abgeschlossen, doch um als Fachkraft anerkannt zu sein, benötigen sie den Master und das wird ihnen nun ermöglicht. Darüber freuen auch wir uns sehr!
Eine besondere Freude für uns als Gemeinschaft war die ewige Professfeier von Sr. Joela, Sr. Klara, Sr. Martina und Sr. Luçiana. Zusammen mit unserem Bischof, vielen Priestern und Gästen durften wir ein schönes Fest erleben. Am Vorabend des 2. August bekam unsere Novizin Sr. Klodiana eine Kollegin, denn Kristina wurde ins Noviziat aufgenommen. Nun üben sich die beiden mit Eifer in das Ordensleben ein. Vor einer Woche sind Sr. Joela und ich zusammen mit unserem kleinen Damian und Herrn Pllumbaj aus Deutschland zurückgekehrt. Herr Pllumbaj, der eine sehr gefährliche Schussverletzung hatte, konnte Dank guter Freunde und Ärzte erfolgreich operiert werden. Damian, unser fünf jähriger Schützling, der hört, aber nicht spricht, wurde ebenfalls von verschiedenen Doktoren und Fachleuten kostenlos untersucht.
Viel Gutes konnten wir dank Ihrer Unterstützung tun und viel Schönes durften wir erleben auch zusammen mit Freunden und verschiedenen Gästen, die uns besuchten. So bleibt uns nur zu danken und das tun wir jeden Tag in unserer Anbetungsstunde für Euch! Möge unser Herr Jesus Christus, der für uns Mensch wurde, als hilfloses Kind in diese Welt kam, sich gänzlich auslieferte und täglich ausliefert, Euer Leben mit Hoffnung, Friede und Freude füllen, denn sein Wort: „Was Ihr einem dieser Geringsten getan habt, das habt Ihr mir getan!" gilt jedem von Euch!

Gottes Schutz und Segen für das Neue Jahr wünschen Euch von Herzen,
Sr. Juditha und alle Mitschwestern und Kinder
(Velipojë im Dezember 2011)

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