"Christen, die im Aufbruch sind!"

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Aus der Neujahrsansprache von Matthias Walczak für den Pfarrgemeinderat am 8. Januar 2012


Für mich ist der diesjährige Neujahrsempfang etwas ganz Besonderes. Noch vor einigen Monaten wusste ich gar nicht so recht, ob ich überhaupt für den Pfarrgemeinderat kandidieren soll. Schließlich habe ich auch in der Zeit vor der Fusion noch nie für ein solches Gremium kandidiert. Außerdem gab es für mich genügend andere schöne Aufgaben in der Gemeinde. Doch meinen Entschluss für eine Kandidatur verdanke ich vor allem vielen Gemeindemitgliedern, die mich zu diesem Schritt hin ermutigt haben. Meine spätere Wahl zum Pfarrgemeinderatsvorsitzenden ließ mich dann endgültig sprachlos werden, sodass ich nur ein herzliches Danke sagen kann für das Vertrauen, das mir der Pfarrgemeinderat ausgesprochen hat.
Für den 24. und 25. Februar planen wir eine Klausurtagung, die uns Gelegenheit gibt, einander besser kennenzulernen und über unsere Arbeitsweise nachzudenken. Der Pfarrgemeinderat wird zu entscheiden haben, was für uns unverzichtbar ist und was wir in Zukunft gemeinsam feiern werden. Dabei wird es natürlich auch sehr schwierige und schmerzliche Momente geben, die gründlich zu durchdenken sein werden. Aus dem vergangenen Jahr können wir sehr viel Gutes schöpfen und weiter fördern.
Ich denke da zum Beispiel an das Gemeindefest, dass wir auch in diesem Jahr möglichst zeitnah mit dem Gedenktag des heiligen Bernhard von Clairvaux feiern wollen. Solche Momente hinterlassen eine nicht zu unterschätzende Wirkung in der Gemeinde, die sich nur positiv entwickeln kann. Deshalb gibt es nach meiner Ansicht nichts Schlimmeres, als wenn man nur schlechte Kritiken zu hören bekommt und Untergangsstimmung verbreitet. Wir sind zweifellos in einem Veränderungsprozess, dem wir aber auch nur konstruktiv begegnen können und nicht mit Widerstand. Denn Veränderung bedeutet immer auch Abschiednehmen von alten und liebgewonnenen Strukturen.
Wie dieser Veränderungsprozess aussehen könnte, dazu möchte ich Ihnen ein Wort unseres neuen Erzbischofs zitieren, der auf der Jahreskonferenz für die Geistlichen am 17.11.2011 laut einer Mitschrift sinngemäß folgendes gesagt hat: „Erweiterung der Seelsorge ist nicht ein Verlust, sondern ist auch eine Chance, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Nicht jede Teilgemeinde kann mehr das volle pastorale Programm einsetzen.
Deshalb ist in so einem Verbund eine Schwerpunktsetzung notwendig; das bietet Möglichkeiten zur persönlichen Entlastung. (...) Wir haben oft Sesshaftigkeit, Beheimatung produziert, aber vom Ursprung her sind wir Fremdlinge, unterwegs zur himmlischen Heimat. Das Entscheidende ist: Christus, gestern und heute. Das ist das Ziel aller Strukturen. Wir sind Menschen, die im Aufbruch leben, Christen, die im Aufbruch sind!"
In Zeiten von Krisen ein sehr mutiges Wort! In diesem Sinne wünsche ich uns allen in diesem und den nächsten Jahren etwas von dieser Aufbruchsstimmung in unserer Pfarrgemeinde in Steglitz und Dahlem. Das sind wir denen schuldig, die unsere Kirchen auf- und wiedergebaut haben, die schon von uns gegangen sind und die nach uns kommen werden.

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