"Du hast unterm Kreuz auf Jesus geschaut"

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„Du hast unterm Kreuze auf Jesus geschaut"

So beginnt die 4. Strophe des sehr bekannten und beliebten Marienliedes „Maria, dich lieben" (Gotteslob 594). Nachdem wir neun Monate nach dem Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria (8.12.) mit Freude das Fest ihrer Geburt am 8. September gefeiert haben und in der Mitte der Oktav ihren Namenstag am 12. September, begeht die Liturgie der Kirche am 15. September das Gedächtnis der Schmerzen Mariens - bewusst am Tag nach dem Fest Kreuzerhöhung, welches liturgisch sogar den Sonntag verdrängt und deswegen bei uns am darauffolgenden Sonntag nachgefeiert wird. Nur die Herrenfeste der Darstellung und Verklärung des Herrn dürfen statt der Liturgie des jeweiligen Sonntages im Jahreskreis gefeiert werden, was ansonsten nur den Hochfesten außerhalb der Advents- und Fastenzeit vorbehalten bleibt.

Seinen Ursprung hat das Fest Kreuzerhöhung in Jerusalem. Nach der Einweihung der Konstantinischen Basilika über dem Heiligen Grab am 13. September 335 wurde am Tag darauf in der neu konsekrierten Kirche das ebenfalls an einem 13. September aufgefundene Kreuz der versammelten Gemeinde gezeigt (= erhöht) und von dieser verehrt; die liturgischen Texte dieses Festtages verweisen auch auf die Gedächtnisfeier vom Leiden und Sterben des Herrn am Karfreitag.

Am Tag darauf, dem 15. September, wird dann der Sieben Schmerzen Mariens (vgl. Gotteslob 783,6) gedacht: Die Weissagung Simeons, ein Schwert werde durch die Seele Mariens dringen; die Flucht vor dem Kindermörder Herodes nach Ägypten; das Verlieren des zwölfjährigen Jesus im Tempel in Jerusalem und die drei Tage dauernde Suche nach ihm; die Begegnung mit ihrem Sohn auf dessen Weg zum Kreuz; das Ausharren unter dem Kreuz Jesu; die Kreuzesabnahme (in der Kunst dargestellt als Pietà); die Grablegung Jesu.

Dass dieser Gedenktag auf den Oktavtag von Mariä Geburt fällt, ist auch nicht ohne Bedeutung; eine ähnliche Konstellation ergibt sich eine Woche nach dem Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel (15.8.) am Gedenktag Maria Königin (22.8.). Eine weitere Parallele stellt der Gedenktag des Herzens Mariens am Tag nach dem Herz-Jesu-Fest dar, welches den Karfreitag „nachfeiert", ähnlich wie Fronleichnam den Gründonnerstag. Am 15. September wird die Sequenz „Stabat mater dolorosa" gesungen (vgl. Gotteslob 584: „Christi Mutter stand mit Schmerzen") -  Maria Dolores. Schließlich sei auch auf unsere Nachbargemeinden „Mater Dolorosa" in Berlin-Lankwitz und „Maria unter dem Kreuz", Berlin-Wilmersdorf, verwiesen, welche sich in besonderer Weise der schmerzhaften Mutter anvertrauen: hier schließt sich nun der liturgische Kreis vom eingangs erwähnten 8. Dezember, dem ursprünglichen Patrozinium von St. Marien-Friedenau, bis hin zum 14. September, dem ursprünglichen Titularfest von Heilig-Kreuz, Wilmersdorf. Heilige Maria, Mutter der Schmerzen, bitte für uns alle!

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