Eine Meutenstunde im Januar und eine spannende Reise nach Indien

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In einem so kalten Winter, wie wir ihn bisher erlebt haben, weiß jeder, dass unse­re daheim gebliebenen Vögel nichts mehr zu fressen finden. Treu unseren Leit­sätzen, von dem der erste lautet „Der Wölfling denkt zuerst an andere", machten wir uns an die Arbeit. Dafür ist der Patron der Wölflinge, der hl. Franziskus, uns ein großes Vorbild. Akela, unser Leitwolf, brachte Vogelfutter, Haferflocken, Wal­nüsse, die noch geknackt werden mussten, Fett, Joghurtbecher, Netze von Zitro­nen und Apfelsinen, Nadel, Faden und weiteres Handwerkszeug mit. Emsig und mit viel Fantasie wurden die nahrhaftesten Futtervorräte hergestellt, die wir dann zu Hause an unsere Fenster oder im Garten an einen Strauch hängen konnten. Um die Vögel auch gut beobachten zu können, forschten wir nach, welche heimi­schen Vögel (Name und Aussehen) in unserer Umgebung gesichtet werden könnten. Interessant dabei war, eine Parallele zur Bibel zu schlagen und die dort erwähnten Vögel zu erkunden (Taube, Spatzen, Pelikan, usw.).

Liebe Leser, Ihr werdet Euch fragen, was ist eine Meute, ein Wölfling, Akela und was soll der hl. Franziskus dabei.

Wir, das ist die Meute Balu, gehören zu den Katholischen Pfadfindern Europas und sind die jüngsten Mitglieder eines Pfadfinderstammes. Man nennt uns auch Wölflinge. Jedes Mädchen und jeder Junge, der neu in eine Wölflingsmeute kommt, ist wie ein kleiner Wolf, der im wilden Dschungel erwacht.

Er muss auf leisen Pfoten gehen, um nicht seine Pfoten durch pieksige Stacheln zu verletzen. Es ist wichtig, dass er auf Akela, den Leitwolf, hört und sich von seinen Lehrern Balu und Baghira viel beibringen lässt, damit er schnell selbständig durch die Dschungel pirschen kann. So verbringen wir mit viel Spiel, Spaß und fröhli­chem Gesang das Jahr über unsere Meutenstunden und andere Treffen.

In den Winterferien verließen wir unseren Pfadfinderkeller in Schlachtensee und trafen uns am 29. Januar in der Pfarrei Maria Rosenkranzkönigin, im Gemeindehaus der Kirche St. Bernhard, um uns mit Akela und Raschka, der Wolfsmutter, auf eine Reise nach Indien zu begeben. Der Schriftsteller des berühmten Dschungelbuches, Rudyard Kipling, hatte am 18. Januar seinen 75. Todestag und stammte aus Indien. Auch der hl. Apostel Thomas und der hl. Franz Xaver spielten in Indien eine große Rolle, da sie das Christentum in dieses ferne Land brachten. Diese drei Persönlichkeiten und Ma­hatma Gandhi, den Friedensstifter, wollten wir in Indien treffen.

Mit einem roten Punkt auf der Stirn (Zeichen für unverheiratete Frauen), machten wir uns an die Vorbereitung eines landestypischen Mittagessens. Es gab Curry-Ingwer-Hühnchen in Kokosmilch mit Reis, den wir nach indischem Brauch auf Kissen sitzend mit den Fingern der rechten Hand aßen. Das war für manche gar nicht so einfach. Als Vorspeise servierte uns Maria einen selbstgebrauten Tschai mit Kardamom und Anis und zur Nachspeise gab es gebratene Bananen mit Ho­nig. Herr Kaplan Bodenmüller war unser Gast zu Mittag. Danach hat er uns noch einiges Wissenswertes über Mahatma Gandhis friedliche Form des Widerstandes gegen Ungerechtigkeiten erzählt, und sie im Vergleich zur Ganzhingabe Jesu Christi am Kreuz, der uns alle liebt, gestellt.

Nach einem Wegzeichenlauf im Dahlemer Dschungel bereiteten wir uns auf das Anlegen unseres Schiffes im Hafen von Bombay vor. Dazu kleideten wir uns mit landestypischen Saris und bemalten die Handflächen mit künstlerischen Tatoos aus echtem Henna.

Aus dem Lied „Hab ne Tante in Indien" gestalteten wir Stehgreif-Sketsche, die uns neben vielen anderen Spielen und Liedern in der Abendrunde zum Lachen brachten. Am Abend las uns Akela die spannende Geschichte von Ricki-Ticki-Tawi aus dem Dschungelbuch vor. Leider mussten wir bei der spannendsten Stel­le in die Schlafsäcke und erst am Sonntag hörten wir das Ende. Nach dem Famili­engottesdienst war dann „das Große Spiel" über Ricki-Ticki-Tawi, dem Mungo, der den schönen Frühlingsgarten von gefährlichen Kobras und versteckten Schlangeneiern befreit, damit wieder die singenden bunten Vögel Einzug halten konnten. Bei der letzten Aufgabe, ein Vogelnest zu bauen, stellten wir fest, dass die Vögel bessere Architekten der Natur als wir sind.

Zum Schluss beim Ratsfelsen (Rückblick) wurde nur über das Essen mit den Händen und über die gebratenen Bananen gemosert. Alles andere war super und wir haben viel erlebt und gelernt. Um 13.00 Uhr holten uns unsere Eltern ab und wir verabschiedeten uns traditionell mit unserem Franziskusgebet und dem Ab­schiedslied: Nehmt Abschied Brüder...

Inzwischen freuen wir uns auf die nächsten Meutenstunden, jeden Samstag von 11.00 bis 13.00 Uhr in der Pfarrei Zu den Hl. Zwölf Aposteln in Schlachtensee, zu de­nen wir alle Kinder von 6 bis 12 Jahren herzlich einladen möchten. Meldet Euch bei unserer Akela: Michaela Maasberg, Tel. 832 67 76

„Gut Jagd" wünscht die Meute Balu vom Mädchenstamm Hl. Thomas Morus.

Michaela Maasberg

 

 

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