Eine Oase der Stille und der Ruhe

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Eine Oase der Stille und Nachdenklichkeit

Kennen Sie den Raum der Stille im Brandenburger Tor in Berlin? Um Ihnen den Raum der Stille hier vorzustellen, beginne ich mit seinem Domizil, eben dem berühmten Brandenburger Tor, in dessen nördlichem Torhaus sich der Raum befindet. Das Tor wurde vor 220 Jahren als „Friedenstor" erbaut. Der Friedensgedanke kommt vor allem im Attika-Relief unterhalb der Quadriga zum Ausdruck, das den Triumphzug der Friedensgöttin Eirene zeigt. Nicht immer aber war das Brandenburger Tor ein Tor des Friedens. Oftmals wurde es zu militärischer Machtdemonstration und politischer Propaganda missbraucht. Das begann schon 1806, als Napoleon mit seinen siegreichen Truppen durch das Tor einzog und die Quadriga demontieren und nach Paris bringen ließ, und setzte sich in der Folgezeit mit vielerlei Truppenaufmärschen und Propagandaveranstaltungen fort. Von 1945-89 war es für uns und die Welt ein Zeichen der Trennung und feindlichen Spaltung. Die 1961 von der DDR errichtete Berliner Mauer mit „Todesstreifen", die westlich vor dem Brandenburger Tor entlang führte, machte diese Spaltung in brutaler Weise augenfällig. Doch seit dem dramatischen Fall der Mauer 1989 lädt das Tor wieder zum Durchschreiten ein und ist damit Symbol der Einheit in Freiheit, Symbol einer gemeinsamen friedlichen Zukunft.

Täglich strömen unzählige Menschen aus aller Welt hierher. Ist es nicht sinnvoll, dass an einem so geschichtsträchtigen Platz außer Souvenirs, Trödel und Belustigung auch noch etwas ganz anderes angeboten wird: Nämlich ein „Raum der Stille", dem jedermann Gelegenheit zum Ausruhen, zur Besinnung und zum stillen Gebet bietet - je nach Bedürfnis und Neigung des Einkehrenden? Dies ist es, was der „Förderkreis Raum der Stille in Berlin e.V.", der den Raum der Stille 1994 mit Unterstützung des Berliner Senats eingerichtet hat und seither unterhält, damit erreichen will - eine Oase der Stille und Nachdenklichkeit, die zugleich im Sinne des Ursprungsgedankens des Brandenburger Tores einen Impuls für ein friedliches, tolerantes Miteinander aller Menschen setzen will. Jährlich kommen etwa 70.000 Menschen aller Länder und Weltanschauungen, die längere oder kürzere Zeit verweilen. Auffällig und erfreulich ist, wie viele junge Menschen die Stille suchen. Kommen Sie doch einmal vorbei!


Dr. Maria Diefenbach (Vorsitzende)

 

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