Grußwort der Gremien zum Neujahrsempfang

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Liebe Mitchristen der Katholischen Kirchengemeinde Maria-Rosenkranzkönigin,

Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand unserer Gemeinde wünschen Ihnen allen ein frommes, von der allsonntäglichen persönlichen Mitfeier der heiligen Messe getragenes, sowie ein traditionell spenden- und zustiftungsfreudiges Jahr 2011, von der (sprich-wörtlichen) „armen Witwe" des Markusevangeliums (Kapitel 12, Vers 43) bis zum investitionsstarken, unserer Pfarrei dankbar verbundenen Wohltäter, der steuermindernd auch dem Finanzamt ausreichend Gelegenheit verschafft, sich am irdischen Wohl unserer Kirchengemeinde zu beteiligen.

Wundern Sie sich ob einer solchen Grußadresse zum Neuen Jahr, in welcher die Vokabeln Erfolg, Gesundheit, Glück überhaupt nicht vorkommen, obwohl das doch das „Wichtigste" ist?

Doch Schaffenskraft, Energie, Konsequenz, Durchsetzungsvermögen, Erfolg - sollen wir uns das wirklich so undifferenziert wünschen? Wir sagen über eine Aufgabe, die vor uns steht: „Ich glaube, ich schaffe das". Wir glauben innerlich an unsere Fähigkeiten, und ich assoziiere unwillkürlich das Rosenkranzgebet, die „Nationalhymne" unseres Patroziniums: dort ehren wir Jesus, der den Glauben in uns vermehre!

Überlegen wir weiter: Was haben wir denn selber in der Hand? Die Gesundheit? Ein bisschen schon, sagen wir, wenn wir die biologisch-ökologische Ehrenrunde drehen und uns hinter einer ausgewogenen Ernährung mit optimalem Verhältnis von Eiweißen, Kohlehydraten und Fetten verschanzen. Doch was ist mit den „Hals- und Beinbrüchen" und sonstigen Diagnosen, die ungebeten daherkommen, ohne uns zu fragen? Nichts haben wir in der eigenen Hand! „Aber die Hoffnung stirbt zuletzt" sagen wir, mit Recht! - Denn wieder klopft das Rosenkranzgebet an: da ehren wir Jesus, der die Hoffnung in uns stärke! Aber uns gegenseitig Glück zu wünschen, das muss doch wohl erlaubt sein. „Glück muss der Mensch haben", sagen wir - und wissen insgeheim, dass wir auch da überhaupt nichts in der eigenen Hand haben, beim Glück der „Glücksspirale" oder bei unserem „persönlichen Glückslos", das immer wieder als häusliche Postwurfsendung unsere Aufmerksamkeit erregen will. Wir sagen auch: „Dem Glücklichen schlägt keine Stunde", und da scheint schon etwas viel Substanzielleres durch, nämlich dass glücklich ist, wer liebt und geliebt wird, welcher ausstrahlt auf seine Mitmenschen - auf seinen Nächsten, wie wir Christen sagen - und der dafür selber dankbare Zuneigung und eigene Stärkung gewinnt. - Und das Rosenkranzgebet drängt sich wieder heran: wir ehren Jesus, der die Liebe in uns entzünde!

Da ist die Neujahrsansprache eigentlich auch schon zu Ende: Erfolg, Gesundheit, Glück sich zu wünschen ist Windhauch, wie die Schrift sagt. Die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe sich gegenseitig verschwenderisch zu wünschen bezeichnet indes den Ast, auf dem wir sitzen - und den pflegen wir und ernähren ihn und lassen ihn kräftig wachsen und gießen und düngen ihn - und sägen ihn nicht ab. Wer Christus, das Haupt unserer Gemeinde, liebt, dem gelingt es gar nicht, der sonntäglichen Feier der Eucharistie - des gemeinsamen Brotbrechens der Gemeinde zu Seinem Gedächtnis - fern zu bleiben.

Wer das christliche Ideal der Apostelgeschichte (Kapitel 4, Vers 32) akzeptiert, dass in der Gemeinde alle „ein Herz und eine Seele" seien, der hilft gern ab und zu bei der Reinigung unserer Kirchen mit, der beschickt die vorösterlichen und vorweihnachtlichen Basare oder kauft dort etwas für den guten Zweck, der besucht die angebotenen Vorträge zur Weiterbildung im Glauben - oder er oder sie spendet oder - zur Zeit vornehmlich wichtig - stiftet dem Kapitalstock unserer finanziell noch in den Kinderschuhen steckenden Gemeindestiftung weiter zu, um sie arbeitsfähig zu machen (Kontonummern und Bankleitzahlen finden Sie auf der letzten Seite der Pfarrnachrichten) oder - und jetzt lasse ich die Katze aus dem Sack - der oder die entscheidet sich ohne Zögern und ohne sich lange bitten zu lassen zur Kandidatur für den Pfarrgemeinderat oder den Kirchenvorstand, um in diesen Gremien unsere stark geforderten Priester zu unterstützen und zu entlasten.

Am 12./13. November 2011 sind nämlich turnusgemäß die nächsten Pfarrgemeinderats- und Kirchenvorstandswahlen im Erzbistum Berlin. Dann wird die organisatorische Normalität unserer neuen Kirchengemeinde Maria Rosenkranzkönigin zwischen Clayallee und Insulaner erreicht sein. Die Gremien - alle vier: die beiden Pfarrgemeinderäte und die beiden Kirchenvorstände der ehemaligen Gemeinden St. Bernhard und der Rosenkranz-Basilika - werden dann, wie der heilige Petrus Canisius sagen würde, „antiquiert" sein, d.h., der Vergangenheit angehören und ausgedient haben und überwunden sein - ich sage: über-wunden sein. Denn unsere Wunden haben wir im vergangenen Jahr geleckt, und das lassen wir jetzt hinter uns.

Statt dessen schauen wir voraus, verjüngen mit dem Schatz unseres aktiven und passiven Wahlrechts unseren Pfarrgemeinderat und unseren Kirchenvorstand, lassen alles Selbstmitleid fahren und überlegen statt zu jammern lieber, welche Zeichen der Verbundenheit, Dankbarkeit und Zuversicht in Gebet und Glaubenszeugnis wir Katholiken von Dahlem und Steglitz unserem deutschen Papst Benedikt XVI. auf den Heimweg nach Rom mitgeben können, wenn er seinen diesjährigen Staatsbesuch in seinem Heimatland Deutschland beendet haben wird.

In diesem Sinne wünschen Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand Ihnen allen noch einmal ein himmlisches, vom täglichen persönlichen Gebet und von der allsonntäglichen persönlichen Mitfeier der heiligen Messe getragenes Jahr 2011, das alle Steglitz-Dahlemer Katholiken „ein Herz und eine Seele" sein lässt, wie es uns die Urchristen der Apostelgeschichte vorgelebt haben!

Viel Freude und gutes Gelingen bei diesem gemeinsamen Streben!

Dr. Thomas Raus

Stellv. Vorsitzender des Kirchenvorstandes Maria Rosenkranzkönigin

 

 

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