Kirchenasyl im Sprengel Steglitz-Nord

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Seit Oktober lebt eine siebenköpfige palästinensische Familie aus Syrien im Sprengel Steglitz-Nord im Kirchenasyl. Im Kirchenasyl wird versucht, die Situation von Flüchtlingen mit den Behörden zu klären und eine menschlich vertretbare Lösung zu finden. „Kirchenasyl" steht in einer jahrhundertealten Tradition und bietet einen vorübergehenden Schutzraum für Menschen in Not.

Familie D. war bereits Anfang  der 90ger Jahre in Deutschland. Drei ihrer Kinder, Ibrahim, Saleh und Mustafa sind hier geboren. 1994 kehrte die Familie nach Syrien zurück. Hier wurde der Vater inhaftiert und gefoltert. Man warf ihm Verrat vor, weil er nach Deutschland ausgereist war. Seine Ehefrau wurde in diesem Jahr nahezu täglich verhört und zur Flucht befragt. Die Familie lebte in Aleppo. Drei weitere Kinder, Ahmad, Buschra und Issam wurden geboren. Die Kinder gingen zur Schule oder studierten. Mit dem Ausbruch des Krieges verschlechterte sich die Lage der Familie. Der zweitälteste Sohn Saleh gilt als vermisst, vermutlich durch einen Bombenanschlag getötet. Der dritte Sohn Mustafa wurde im Herbst 2013 von bewaffneten Extremisten entführt und gefoltert.

Aus Angst um ihre Kinder entschloss sich die Familie 2014 zur Flucht. Über Bulgarien, wo sie erst inhaftiert und dann obdachlos waren, kamen sie im Herbst 2014 nach Deutschland.  Hier gehen Buschra (19) und Issam (16) zur Schule; die anderen besuchen Deutschkurse, machen ein Praktikum oder suchen Arbeit. Issam spielt gern Fußball. Die Familie ist in medizinischer und psychologischer Behandlung. Nach den traumatischen Erfahrungen in Syrien und auf der Flucht braucht die Familie einen Ort, wo sie sicher leben kann. Als einige von ihnen nach Bulgarien abgeschoben werden sollten, haben wir sie ins Kirchenasyl aufgenommen, damit sie zusammenbleiben können. Die Familie ist sehr freundlich und hilfsbereit. Die sechs Gemeinden des Sprengels tragen das Kirchenasyl organisatorisch und finanziell. Auch die Katholische Gemeinde Maria Rosenkranzkönigin hilft mit Spenden, wofür ich sehr dankbar bin.

Die Familie bekommt im Kirchenasyl keine staatliche Hilfe. Das bedeutet nicht nur, den Lebensunterhalt für eine siebenköpfige Familie mit ca. 1000 € monatlich zu finanzieren, sondern zusätzlich Fahrtkosten und medizinische Behandlungen. Eine Krankenversicherung besteht durch das Kirchenasyl nicht mehr.

Wenn Sie uns mit Ihrer Spende helfen können, freue ich mich sehr. Wenn Sie im Unterstützerkreis mitwirken wollen, melden Sie sich in der Küsterei. Mit unseren Gebeten und mit unseren Taten können wir den Weg von Familie D. begleiten. Dafür danke ich Ihnen!


Kontakt:

Evangelische Patmos-Gemeinde
Gritznerstraße 18-20 / 12163 Berlin
Telefon: 821 68 52
wuttig-perkowski@patmos-gemeinde.de

Kontoverbindung:

Evangelische Bank
IBAN: DE 3152 0604 1000 0390 9808
Stichwort: „Kirchenasyl"


 

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