Kolumbarium St.Bernhard... eine Ausgezeichnete Idee!!

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Sehr geehrter Pfarrer Desczyk,

mit großem Interesse haben mein Mann und ich die Information in den Pfarrnachrichten aufgenommen, dass die Möglichkeit besteht, St. Bernhard in ein Columbarium umzuwandeln. Wir finden: Das ist eine ausgezeichnete Idee.

Seit meiner schweren Autoimmunerkrankung treibt mich der Gedanke um, wo es für meinen Mann und mich einen Platz nach dem Tode geben könnte. Da wir gebürtig nicht aus Berlin sind, keine Kinder haben und auch hier in der Region überwiegend mit Zugereisten befreundet sind, fallen alle Gedanken an Grabpflege und andere klassische Formen der Erinnerungskultur weg. Da liegt vor allem ein Urnenbegräbnis nah. Sicher wird das vielen anderen so gehen. Anders als ein Friedhof ist eine Kirche für mich immer mit Gefühlen von Schutz und Geborgenheit verbunden. Auch für schwer Kranke in der Auseinandersetzung mit dem Sterbeprozess, kann genau das Trost spenden - den Ort ihrer letzten Ruhestätte nicht nur kennen, sondern ihn auch einfach besuchen zu können, dort inne zu halten, an der heiligen Messe teilzunehmen. Das ist eine andere Dimension als auf einem Friedhof.

Gleichzeitig ist bei mir der Heimatgedanke fest verwurzelt. Heimat besteht aus vielen Puzzlestücken. Sie ist dort, wo man geboren und aufgewachsen ist, wo man lebt, aber vor allem auch dort, wo man bestattet sein möchte. Mir persönlich war immer klar, dass dies für mich kein klassisches Erdgrab sein würde.

Bereits in meiner Kindheit habe ich die Bischöfe und Fürsten beneidet, die in Domen, Kirchen und Kapellen eine letzte Ruhestatt gefunden hatten, weniger wegen ihres sozialen Status, als wegen der Gewissheit, ihren letzten Platz zu kennen und zwar im Hause Gottes. Einen schöneren Gedanken kann es für mich nicht geben. Vor allem in Verbindung mit der Liturgie, die ja weiterhin möglich ist, wird der Gedanke der Gemeinschaft von Lebenden und Toten hier Realität. Darüber hinaus gefällt mir besonders, dass man nach Ende der Belegungsfrist nicht einfach verschwindet und verstreut wird, sondern in einem Gemeinschaftsgrab Teil dieser besonderen Gemeinschaft bleibt. Wir hoffen sehr, dass dieses Projekt realisiert werden kann!

Herzliche Grüße!

Dr. Elisabeth M. Kloosterhuis

                                                                                                                              Berlin, 11.11.2014

 

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