Strang - und Bädersanierung in Rosenkranz

0

Wenn wir auf das Jahr 1969 zurückblicken, denken wir vermutlich zunächst daran, dass Neil Amstrong als erster Mensch den Mond betrat. Aber auch in unserer Gemeinde ereignete sich Historisches: In der Rosenkranzgemeinde wurden 1969 ein neues Gemeindezentrum sowie das Seniorenwohnhaus gebaut. 42 Jahre später entschloss sich der Kirchenvorstand, beide Gebäude mit neuen Frisch- und Abwasserleitungen und Bädern auszustatten. Die Notwendigkeit dieser Strang- und Badsanierung liegt auf der Hand, wenn Sie berücksichtigen, dass in diesen 42 Jahren schätzungsweise 75 Millionen Liter Frischwasser und die entsprechende Abwassermenge durch die Leitungen geflossen sind und jedes Bad - bei drei- bis viermaliger Nutzung pro Tag - etwa 60.000 Mal benutzt wurde. Der Beginn der Planungen verzögerte sich dadurch, dass der zunächst beauftragte Architekt drei Monate nach Auftragsvergabe mir Ende 2011 mitteilte, dass er den Auftrag nicht erfüllen könne! Kurzfristig konnte im Januar 2012 das Architekturbüro Dr. Krieger + Mielke für die Planung gewonnen werden. Die Mieter wurden durch mehrere Anschreiben und zwei Mieterversammlungen über die Sanierung informiert. Der Kirchenvorstand erließ den Bewohnern des Seniorenhauses zwei Monatsmieten im Hinblick auf die zu erwartenden Belastungen. Der Baubeginn verzögerte sich: Aufgrund der boomenden Baukonjunktur konnten zunächst nicht genügend Vergleichsangebote von Baufirmen eingeholt werden, zudem drohten fünf Mieter, den Handwerkern den Zutritt zu ihren Wohnungen zu verweigern und das Erzbischöfliche Ordinariat forderte uns auf, zunächst Baufreiheit - also den Zutritt zu allen Wohnungen - zu gewährleisten.

Am 26. Juni konnte schließlich mit den Abbrucharbeiten im ersten Bad begonnen werden. Bereits zwei Tage später sendete der RBB einen „Bericht" über die Bauarbeiten, wobei diese Sendung und die einen Tag später folgende die Bezeichnung „Bericht" kaum verdient haben: Die tendenziösen Sendungen ließen jegliche Objektivität vermissen; Fakten, die wir dem RBB mit einer Pressemitteilung lieferten, wurden ebenso verschwiegen wie eine schriftliche Gegendarstellung eines Großteils der Mieter. Die Reporterin schien das Motto zu verfolgen: „Seht her, wie rücksichtslos die katholische Kirchengemeinde mit Senioren umgeht!" Am Abend der zweiten RBB-Sendung fragte mich der Architekt, ob wir die Sanierung abbrechen sollten. -  Wir haben weitergemacht. Neben dem Austausch der Wasserleitungen, der das  Aufbrechen von Wänden und Decken erforderlich machte, erhielten alle Bäder neue WCs, Waschbecken bzw. -tische, Duschen, Heizkörper und Entlüftungsanlagen. Die Bäder wurden neu gefliest und gestrichen. Die Belastung der Mieter durch Staub, Schmutz und Lärm war erheblich. Umso erfreulicher war die Geduld und das Verständnis, mit denen der überwiegende Teil der Mieter die Arbeiten ertrug.

Die Sanierung im Gemeindezentrum und im Seniorenhaus wurde Mitte November abgeschlossen und beanspruchte damit 4 ½  Monate. Die Kosten für das Seniorenhaus belaufen sich auf ca. 550.000 Euro. Der Betrag kann aus den Rücklagen dieses Mietshauses beglichen werden. Die Sanierungskosten für das Gemeindezentrum betragen ca. 165.000 Euro. Hiervon übernimmt das EBO etwa 65.000 Euro, die Kirchengemeinde trägt 50.000 Euro und der Verein „Freunde der Rosenkranz-Basilika" stellt die weiteren 50.000 Euro zur Verfügung. Viele Mieter teilten uns mit, dass sie sich über ihre neuen, schönen Bäder sehr freuen. Diesen Mietern - und Ihnen allen - möchte ich dazu ein Zitat von Franz Kafka mit auf den Weg geben: „Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden!"

Dr. Josef Kleine (Bauausschuss)

 

Zurück

INFORMATIONEN


NEWS


GOTTESDIENST