Zur Gast in der Bolle-Villa

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Zu Gast in der Bolle-Villa

Die erste Woche der Herbstferien verbrachten wir - 17 Ministranten und Ministrantinnen und Kaplan Bodenmüller - in der ehemaligen Villa des Milchgroßhändlers Carl Bolle in Milow im Westhavelland. An diesem Haus, in dem wir immer mehr zu einer Gruppe zusammenwachsen sollten, beeindruckten uns nicht nur die kunstvoll bemalten Wände, der geräumige Keller und der große Balkon, sondern auch die ländliche Atmosphäre des Dorfes hatte es uns angetan - direkt hinter der Herberge begannen die pure Natur und der ungeheuer große begrünte Fußballplatz, der ungeahnte Schätze, wie den alten Bunker, verbarg. Noch ein Stückchen weiter lag der malerische Wasserwanderrastplatz. Dies stellte für unsere Geländespiele eine hervorragende Kulisse dar und alle hatten viel Spaß - nicht nur bei „Römer und Gallier", sondern auch beim Suchen christlicher Symbole und deren Bedeutung. Manch einem schwirrte hinterher der Kopf vor griechischen Buchstaben und Bibelzitaten.

Nachmittags machten wir dann als Robin Hood mit Kleiderbügelbogen oder als Held mit Handtuchumhang das Dorf unsicher. Auch den Geburtstag des Kaplans hatten wir nicht vergessen - so beschenkten wir ihn u.a. mit zahlreichen Muffins - und er uns mit großen Eisbechern. Zwischendurch brachte er uns auch einen jüdischen Tanz bei und am nächsten Morgen feierten wir alle gemeinsam die heilige Messe in unserem Gruppenraum, der gleichzeitig der Etagenflur war. Obwohl an der Wand ein großes Kreuz aufgebaut und der Raum wieder sauber und ordentlich war, kam ein gewisses „Diaspora-Feeling" auf - das tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Nach dem Mittagessen galt es dann, einen kaltblütigen Mord aufzuklären und die Tatverdächtigen mit Fragen fast in den Wahnsinn zu treiben. Obwohl die Mörder und ihre Motive korrekt erkannt wurden, kamen sie ohne Bestrafung davon - schließlich werden wir sie nächstes Jahr wieder brauchen!!!

Was wäre eine Fahrt ohne Nachtwanderung? Die gehörte natürlich auch dazu. Allerdings rechnete nach dem ersten doch eher enttäuschenden und ereignislosen Spaziergang im Dunkeln keiner noch mit einer „richtigen Nachtwanderung". Die ließ zunächst auch auf sich warten, bis in unserer letzten Nacht unser Schlaf unterbrochen wurde und wir uns nach Mitternacht erneut hinaus begaben. Wir liefen zunächst durch das nachts ohnehin schon gruselige Dorf hinaus zu einem verwitterten Friedhof und begegneten vielen Zombies und Gespenstern. Am nächsten Morgen ging es dann auch schon wieder heimwärts und uns allen bleibt nur die schöne Erinnerung an unsere diesjährige Ministrantenfahrt - herzlichen Dank auch allen, die diese möglich gemacht haben!

Dorothea Keller

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