Pfarrbriefartikel

Weltkirche und Weltgeschichte

Im Rahmen der im Jahr 2005 gegründeten Pfarreienpartnerschaft zwischen Maria Rosenkranzkönigin und St. Nikolaus in Velipojë, Albanien, fand bereits zum 10-jährigen Bestehen im Sommer 2015 eine Reise einiger Jugendlichen aus Steglitz nach Albanien statt (siehe Bericht unserer Pfarrjugend: Pfarrnachrichten Oktober 2015). Lesen Sie hier nun die Eindrücke von Jugendlichen unserer albanischen Partnergemeinde St. Nikolaus in Velipojë, die im Sommer 2016 zum Gegenbesuch mit einer Gruppe in Berlin waren und anschließend - zusammen mit Jugendlichen unserer Pfarrei - am Weltjugendtag in Krakau teilnahmen.

Drita (19 Jahre): Die zwei Wochen in Berlin und Krakau waren die bisher schönste Zeit in meinem Leben. Ich habe Orte besucht, von denen ich nie geglaubt habe, sie je zu sehen. Das Leben in einer deutschen Gastfamilie war eine Erfahrung, die mir so viel über das Leben in einer Großstadt wie Berlin gezeigt hat. Krakau aber war etwas ganz Anderes. In Krakau hatte ich das Gefühl von Frieden und Liebe. Es war eine solche Freude, so vielen jungen Gläubigen aus aller Welt zu begegnen - vereint in Jesus Christus. Ich danke Gott und jeder Person, die dies für mich und meine ganze Gruppe möglich machte.

Fabjola (17 Jahre): Ich war überrascht über die große Zahl der Parks und Grünanlagen überall in Berlin. Die Luft war sauberer als in Tirana. Eine Besonderheit, neben der reichen Kultur und schönen Natur, ist die Harmonie dieser Stadt nach so viel Krieg und Jahren der Trennung. Es ist sehr eindrucksvoll, wie Berlin so eine wiedervereinigte und friedliche Stadt werden konnte. Was mir am meisten Freude machte, war die Zeit mit deutschen Freunden. Ich bin sehr glücklich, dass sie Teil meines Lebens wurden und Spuren in meinem Herzen hinterließen. Vielen Dank allen, die dazu beitrugen, dass mein Traum zur Wirklichkeit wurde. Gott segne das deutsche Volk! Krakau - Stadt der Barmherzigkeit. Endlich hatte ich die Gelegenheit, junge Leute aus allen Teilen der Welt zu sehen, vereint im Namen Gottes. Die Worte des Papstes gaben uns Frieden und Hoffnung. Ich lernte, meinen Geist noch mehr zu schätzen als alle materiellen Schätze dieser Welt. Ich traf erstaunliche Leute aus der ganzen Welt. Es freut mich, dass meine Ideen die gleichen sind, wie die der anderen: ein Versuch, jeden zu Jesus zu bringen. Die Welt kann friedlich werden, wenn wir es nur versuchen: Es ist eine Frage der Barmherzigkeit.

Sinduela (20 Jahre): Deutschland besuchen war einer meiner Träume - und der wurde nun erfüllt. Dafür danke ich Gott. Wir lernten die Stadt Berlin und ihre Geschichte kennen, ein erstaunlicher Ort mit so vielen kulturellen Aspekten und natürlicher Schönheit. Die Stadt hat eine traurige Vergangenheit, aber ich bin sehr froh, dass dies alles jetzt der Geschichte angehört und dass die Menschen heute in Frieden leben und glücklich sind. Krakau: Die Woche in Polen war die schönste Woche meines Lebens. Vielen Dank allen für diese wunderbare Zeit!

Robert (19 Jahre): Sollte ich nach der besten Erfahrung in meinem Leben gefragt werden, würde ich antworten: mein Besuch in Berlin. Meine Gastfamilie waren „die Kampas". Alle kümmerten sich um mich und liebten mich, als ob ich ihr Kind oder Bruder war. Berlin ist eine sehr große Stadt, und man kann vieles erleben, was einem das Gefühl gibt, die ganze Welt in der Hand zu halten. Aber man kann in dieser Großstadt auch schnell die Orientierung verlieren. Mit Dirk Verheyen und Kaplan Hubert Bodenmüller hatten wir sehr gute Stadtführer. Dirks Informationen machten unsere Besuche an den historischen Orten noch interessanter als ich erwartet hatte. In Berlin lernte ich viel, nicht nur über nette und gastfreundschaftliche Menschen, sondern auch über ihre Geschichte und Kultur. Ich studiere Geschichte: Die interessantesten und wichtigsten Orte für mich waren daher die Berliner Mauergedenkstätte, das Brandenburger Tor, Schloss Charlottenburg und das Holocaust-Denkmal. Unser Besuch in Berlin wäre nicht möglich gewesen, wenn Ihr, liebe Berliner Freunde, keine Spenden gemacht und uns so geholfen hättet, zu Euch zu kommen. Wir sind sehr dankbar für alles, was Ihr für uns getan habt. Dank auch den Gastfamilien, die ihre Türen für uns öffneten und uns so viel Liebe zeigten! In Krakau angekommen, waren wir alle glücklich, nun zum Weltjugendtag zu gehören und Papst Franziskus zu begegnen. Der Start unseres „Krakauer Abenteuers" am ersten Tag umfasste eine Erkundung der Altstadt und das Sammeln erster Eindrücke von der Atmosphäre des Weltjugendtages. Wir begegneten zahlreichen jungen Leuten aus aller Welt, sogar aus Albanien. Die nächsten Tage waren noch aufregender. Wir besuchten die Basiliken zu Ehren des heiligen Johannes Pauls II. und der heiligen Schwester Faustyna. Wir waren auch im Johannes Paul II.-Museum. Viel Zeit verbrachten wir im Gebet. Die schönsten Tage waren die mit Papst Franziskus. Seine erste Botschaft für uns junge Leute in der ganzen Welt war der Auftrag, barmherzig zu sein. Er appellierte an uns, mutig zu sein und bestärkte uns zu guten Lebensentscheidungen. Die Feier der heiligen Messe mit dem Papst und mehr als zwei Millionen Menschen auf dem Campus Misericordiae war etwas ganz Besonderes. Erfüllt mit Barmherzigkeit und Freude kehrten wir nach Albanien zurück.

Julian (20 Jahre): Für mich war diese Reise erstaunlicher als jede andere Erfahrung und unvergesslich. Zwei Wochen, die mich so viel lehrten. Die erste Woche in einer deutschen Familie war wundervoll. Berlin mit seinen besonderen Orten, wunderbaren Menschen und dynamischen Jugendlichen, wird mir für immer in Erinnerung bleiben. Die Woche in Krakau war auch etwas ganz Besonderes - mit mehr als zwei Millionen Jugendlichen, die sich dort versammelt hatten, um dem Papst und einander zu begegnen. Es war großartig, daran selber teilnehmen zu dürfen! Ich möchte allen danken, die diese große Reise möglich gemacht haben - Gottes Segen!

Monika (21 Jahre): Die Woche in Berlin war ein großartiges Erlebnis. Wir besuchten viele historische Orte - meine „Nummer 1" war das Schloss Charlottenburg und seine Gärten. Das andere, wirklich wunderbare Erlebnis war in Polen, wo wir den Papst trafen - es war alles so aufregend und gefüllt mit Emotionen, mit jungen Leuten, die sangen, lachten und, was am wichtigsten war, sich friedlich versammelten. Dieses Erlebnis wird für immer in meinem Gedächtnis bleiben, und ich danke Gott immer wieder für die Möglichkeit, die er mir gab, an diesem Wunder teilzunehmen.

Adele (18 Jahre): Das Erlebnis in Berlin und Krakau war etwas ganz Besonderes. Alle Orte, die wir in Berlin besuchten, hatten ihre eigene Geschichte und ihre eigene Atmosphäre. Wir besuchten die Rosenkranz-Basilika, das Schloss Charlottenburg, das Berliner Abgeordnetenhaus und die Gedenkstätte Berliner Mauer - mit seiner symbolischen Bedeutung für ganz Europa. Wir erlebten auch einen regen Dialog zu wichtigen alltäglichen Themen, mit Gesprächen über Berlin und Albanien. So tauschten wir kulturelle Eindrücke aus. In der zweiten Woche war Krakau das Reiseziel unserer deutsch-albanischen Gruppe. Wir nahmen gemeinsam am Weltjugendtag teil und trafen Leute aus verschiedenen Teilen der Welt, aus unterschiedlichen Kontinenten, Ländern, Sprachgebieten und Kulturen, alle aus einem Grund versammelt: Jesus Christus. Die Ansprache des Papstes war sehr aktuell, eine Ansprache, die das Fundament unserer Herzen und unseren Geist berührte, eine Ansprache, die uns daran erinnerte, dass wir wichtig sind für diese Welt und dass wir auf Erden sind, um in Übereinstimmung mit der Lehre Jesu zu leben und durch sie die Welt zu gestalten. Wir wurden auch daran erinnert, dass es notwendig ist, Brücken statt Mauern zu bauen. Eine Brücke haben wir schon gebaut mit unseren deutschen Freunden. Vielen Dank allen für die Möglichkeit, diese wertvolle Zeit gemeinsam zu erleben - Gottes Segen!

Brixhilda (25 Jahre): Dank unseren deutschen Freunden für diese Reise, die für uns für immer eine Erfahrung des Glaubens und des Lebens bleiben wird. Die Gastfreundschaft der Familien war sehr warm. Ihre Herzen empfingen uns wie ihre eigenen Kinder, obwohl sie uns vorher noch gar nicht kannten. Die verschiedenen Ausflüge, die wir in der deutschen Hauptstadt machten, waren sehr eindrucksvoll. Wir erlebten ein Land, das durch eine Mauer geteilt war. Wir besuchten eine Gedenkstätte, die zeigte, welches Leid stattgefunden hatte. Wir sahen aber auch Gebäude, die zu geistlicher Einkehr luden: Kirchen, eine Basilika und eine Kathedrale. Man kann auch in den vielen Parks und entlang der Spree Ruhe finden. Es gab zahlreiche wunderschöne Gebäude, die jahrhundertealte Geschichte wiederspiegelten. Wir wurden herzlich empfangen im Abgeordnetenhaus von Berlin und führten Gespräche über die Partnerschaft zwischen unseren beiden Ländern und über das Thema Migration. Es war schön, nach Krakau zu fahren mit einer Gruppe junger Leute, von denen viele sich noch nie begegnet waren, aber die miteinander umgingen, als ob sie sich schon lange kannten. Wir hatten alle das gleiche Ziel, nämlich Papst Franziskus zu begegnen. Wir wollten junge Leute aus der ganzen Welt treffen, versammelt im Namen Jesu. Die gemeinsame Unterbringung war ein wunderbares Erlebnis, so wie das ganze unbeschreibliche Erlebnis in Krakau. Die Ansprachen des Papstes bewegten mich sehr und ich erkannte mich in vielen seiner Worte. Der Papst spürte, dass viele von uns leiden, dass wir uns vom Leben überwältigt fühlen, oft nur Glück über unsere Handys oder Computer suchen. Er spornte uns an, nach Größerem und Höherem zu streben, wie ein Bergkletterer, und die Schwierigkeiten des Lebens durch den Glauben an Gott zu überwinden, der unser Vater ist und uns nie im Stich lässt. In Krakau trafen wir Jugendliche aus aller Welt, denen es egal war, aus welchem Land du stammst oder was deine Hautfarbe ist, sondern die wussten, dass jeder ein Kind Gottes ist, und die lachten, sich begrüßten und umarmten. So befanden wir uns unter vielen Pilgern wie in einer großen Familie, obwohl wir uns vorher nie begegnet waren. Wir kamen zusammen als Brüder und Schwestern, um dem Papst zu begegnen und Jesus durch seine Stimme zu hören. Diese wenigen Tage bekamen für uns eine Bedeutung für das ganze Leben, und die Erinnerungen werden für immer bleiben. Ich werde die Botschaft des Papstes vom Campus  Misericordiae in Krakau weitertragen. Vielen Dank, dass ich die Gelegenheit hatte, dieses unvergessliche Erlebnis mit Euch zu teilen.

Viktor (22 Jahre): Als ich zum ersten Mal hörte, dass wir Berlin und Krakau besuchen würden, hätte ich meine Freude kaum beschreiben können - der Anfang eines unglaublichen Erlebnisses. Berlin war sowohl dynamisch als auch ruhig, traditionell und modern, und mit Parks und Grünanlagen gefüllt. Einer der aufregendsten Momente für mich war, als ich ein Teil der Berliner Mauer berührte. Da war ich, ein freier Mensch, und konnte das berühren, was für Jahrzehnte und für Millionen Menschen eine unüberwindbare Barriere war - es war ein starker, emotionaler Moment. Ich nahm auch ein bisschen Berlin mit, das Beste aus dieser erstaunlichen Stadt: wahre Freundschaften. Ich begegnete Menschen, die so viel für mich getan hatten und bereit waren, noch mehr zu tun, und sie taten alles voller Liebe. Es war, als ob sie meine Cousins oder alte Freunde waren - dafür möchte ich allen Dankeschön sagen. Krakau war auch mit Emotionen gefüllt: das Treffen mit dem Papst und die Begegnungen mit jungen Leuten aus aller Welt, mit Austausch von Ideen und Meinungen, und - vor allem - als eine große christliche Familie. Wir alle beteten, sangen und tanzten zusammen wie eine echte Familie. Der Papst sprach zu uns über die Notwendigkeit, noch mehr zu tun, unseren Träumen zu folgen und mit Leidenschaft zu leben. Einen Satz werde ich nie vergessen: „Wir sind in dieser Welt, um mit unserem Leben ein Zeichen zu setzen." Ich kehrte mit diesen großen, motivierenden Worten nach Albanien zurück - bereit, sie zu leben. Ich danke Gott für das schönste Erlebnis in meinem bisherigen Leben und Euch, liebe Freunde, für die Verwirklichung dieses Traumes!

Hinweis und Dank

Diese bilaterale Jugendbegegnung 2016 wurde gefördert durch finanzielle Mittel unserer Pfarrei, aus dem Kath. Fonds für weltkirchliche und entwicklungsbezogene Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Den beteiligten Personen, Stellen und Behörden, den Gastgeberfamilien, Herrn Dr. Verheyen für Reiseorganisation und deutsche Übersetzung der Berichte und nicht zuletzt: allen großherzigen Einzelspendern möchten wir im Namen der Jugendlichen herzlichen Dank und „Vergelt's Gott!" sagen! (H.B.).




 

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